Shiva Rudra Balayogi

Von Rahul Ghosh – https://en.wikipedia.org/wiki/Shivarudra_Balayogi#/media/File:Shivarudra_Balayogi.jpg, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=10991421

Shri Shiva Rudra Balayogi Maharaj, geboren am 20. September 1954 als Srinivasa (Seenu) Dikshitar in Kolar im südindischen Bundesstaat Karnataka, ist ein selbstrealisierter Yogi und direkter Shishya (disziplinierter Schüler) von Shri ShivabalayogiMaharaj.[1]

Nachdem er mit sechzehn Jahren seinen Guru getroffen hatte, leistete Seenu 20 Jahre lang selbstlosen Dienst unter der Leitung von Shri Shivabalayogi und meditierte intensiv in dessen DehradunAshram in den Vorbergen des Himalaya.[2] Bald nach dem Tod seines Gurus im Jahr 1994 begann Srinivasa einen Prozess, der als Tapas bekannt ist: intensive, permanente Meditation(Dhyana), in welcher der Geist in vollkommener Gedankenlosigkeit gehalten wird.[3] Indem er während Tapas fünf Jahre lang 20 Stunden pro Tag in diesem Zustand blieb, erreichte er die Erleuchtung/Selbstrealisierung.[3] Heute ist nach wie vor der Dehradun-Ashram seine Basis, ebenfalls der 2017 eröffnete Shri Shivabalayogi Maharaj Ashram in Devarayasamudra, dem Dorf von Shiva Rudra Balayogis Vorfahren[4]; von hier aus bereist Shiva Rudra Balayogi viele Teile der Welt, um Meditation zu lehren und die Mission seines Gurus fortzusetzen. Er hat zahlreiche Meditations-Gruppen aufgebaut, u.a. in den USA, im Vereinigten Königreich, in Australien, Malaysien, Singapur, Indonesien, in der Schweiz und in Indien.[5][6]

Hinduism Today schreibt “Tausende sind durch seinen Einfluss begeistert” und “Als der berühmte Shri Shri Shri Shivabalayogi Maharaj 1994 verstarb, fragten sich Meditierende rund um die Welt, wer seinen Platz einnehmen wird.” Shiva Rudra Balayogi ist einer der wenigen Shishya, der fünf Jahre Tapas erfüllt hat, und wird von vielen Anhängern als der Nachfolger des Erbes seines Gurus verehrt.[7] In seinem Buch über indische Spiritualität schreibt der angesehene Vedanta-Gelehrte Adwaita P. Ganguly: “Baba Shiva Rudra Balayogi ist die Verkörperung der Freundlichkeit, des Mitgefühls und des Dienstes an der Menschheit. Er ist auch entschlossen und unverrückbar wie die Stille selbst.”[8]

Leben

Beginn

Shiva Rudra Balayogi wurde am 20. September 1954 als Srinivas Dikshitar in eine fromme Brahmanen-Familie in Kolar geboren, im südindischen Bundesstaat Karnataka.[9] Als jüngstes von vier Kindern (außer ihm: Vijay Kumar, Vijaya Lakshmi, Sathyanarayana), wurde er liebevoll ‘Seenu’ genannt.[10] Sein Vater, Shankara Dikshitar, war ein Arzt, der viel seiner Zeit dafür widmete, unentgeltlich den Armen zu dienen. Seenu wurde von klein auf von seiner Mutter inspiriert, die ein Beispiel glühender Hingabe und innerer Stärke war.[11]

Erweckung

Srinivas begann im Alter von fünf Jahren einen akuten spirituellen Hunger zu erleben.[12] Mit sechs oder sieben Jahren war er fasziniert, als er seine Schwester „Bhaja Govindam“ singen hörte, ein Lied, das vom großen Yogi-Lehrer Adi Shankaracharya geschrieben worden war.[13] Das spirituell frühreife Kind lernte unverzüglich die Sanskrit-Verse, begann sie zu singen und über ihre Bedeutung nachzudenken. Er wurde sich plötzlich seiner Loslösung von allem Irdischen (Vairagya) bewusst, die das Resultat von Adi Shankaracharyas Ermahnung war:

Sing die Ehre Gottes und übernimm Sein Bewusstsein in deinen Geist, denn wenn dein Körper zu seinem Ende kommt, können dir weder deine weltliche Gelehrtheit noch Reichtum oder Besitz zu Hilfe kommen.

Seenus Geist wurde von Gedanken über Geburt und Tod besessen: «Was nützt es zu leben, wenn wir sowieso sterben werden?», «Kommen wir in die Existenz mit unserem physischen Körper und sterben wir mit diesem Körper?», «Falls man tatsächlich die unsterbliche Seele ist, das Bewusstsein jenseits von Geburt und Tod, warum sind wir uns dann dessen unbewusst?», «Falls Glückseeligkeit existiert, warum ist es dann so, dass wir sie nicht die ganze Zeit haben, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche?».[14]

Srinivas war der Anblick der Welt unangenehm geworden und er wunderte sich, ob es eine Technologie gäbe, um das Universum «auszuschalten».[15]

Guru

Während seinen Teenage-Jahren verbrachte Seenu viel Zeit in verschiedenen Tempeln rund um sein Zuhause, in dem er alleine still dasass.[3] Er dachte über die Bedeutung von Jnana (Wissen) nach, über Bhakti (Hingabe) und Vairagya (Anhaftungslosigkeit) aus den Lehren von Adi Shankaracharya und sehnte sich nach einem Guru vom Kaliber eines Shri Ramakrishna Paramahamsa und Shri Ramana Maharshi.[3]

Im Alter von fünfzehn Jahren begann Seenu heimlich in der abgelegenen Nagara Theertha-Höhle in den Chamundi Hills (ausserhalb von Mysore) zu meditieren – mehrere Tage pro Woche anstatt zur Schule zu gehen.[16] Mit sechzehn Jahren wurde Srinivas durch eine Serie ungewöhnlicher Ereignisse zum großen Shri Shivabalayogi Maharaj geführt.[17] Weil dieser ab dem Alter von vierzehn Jahren einen heldenhaften zwölf Jahre dauernden Tapas (intensive Meditation) durchgeführt hatte, war Shivabalayogi Maharaj bekannt für seine kraftvolle Präsenz und die überwältigende Aura des Friedens.[18] In der Nacht bevor Seenu seinem Guru zum ersten Mal begegnete, führte dieser Seenu in einem Traum in ein Mantra ein, das auf dem Weg zur Selbstrealisierung zu einem Anker für seinen Geist wurde:[19]

Om Shivaya Shivabalayogendraya Parabrahmanaya

Als Seenu am nächsten Tag zu Shivabalayogis Darshan ging, verliebte er sich in seinen Guru auf den ersten Blick und sein Geist konzentrierte sich ganz auf die Form Shivabalayogis.[3] Nachdem Seenu den Wunsch mitgeteilt hatte, sogleich sein Zuhause zu verlassen, um in Shri Shivabalayogis Mission zu dienen, überzeugte ihn seine Mutter, drei Jahre lang zu warten, um sicherzustellen, dass seine Gefühle echt sind.[20] In dieser Zeit besuchte Seenu Shivabalayogi, der sich selber schlicht «Swamiji» nannte, in Bengaluru. Währenddem Seenu die drei Jahre abwartete und weiter am Mysore College studierte, übte er die Technik des Dhyana (Meditation) aus, in die er von seinem Guru eingeführt worden war – dies war die Technik, um das Universum «auszuschalten». Im September 1974, im Alter von neunzehn Jahren, erhielt Seenu endlich den Segen seiner Mutter und wurde in Swamijis Dienst aufgenommen.[21] Shivabalayogi sandte Seenu nach Dehradun, in das Vorgebirge des Himalaya, damit er sich dort um seinen Ashram kümmere; von nun trainierte Swamiji Seenu in einer engen Guru-Shishya-Beziehung.[3]

Sadhana

Mit dem Leben im Ashram begann ein neuer Abschnitt in Seenus Sadhana (spirituelle Praxis). Seine tägliche Praxis war aufreibend: Sie umfasste die Reinigung des ganzen Ashrams, regelmäßige Renovations-Arbeiten, alle Verwaltungstätigkeiten, Kochen, die Obhut von Kindern von Devotees, 4–5 Stunden Meditation, die Durchführung der Ashram-Puja (rituelles Gebet) und Abend-Bhajans (Loblieder Gottes).[22] Zusätzlich übergab Swamiji Seenu zwei geistig behinderte Jungen; für einen von ihnen sorgte Seenu während 13 Jahren und beide starben in seinen Armen, währenddem er für sie betete und sang.[23] Sein Guru prüfte ihn auf viele Weisen; oft schimpfte er ihn harsch und lange – bis zu einer Stunde am Stück.[24] Weil er sich die Methoden des Karma-Yoga (Dienen) und Bhakti-Yoga (Hingabe, Verehrung) zu eigen gemacht hatte, verstand Seenu das als spirituellen Segen. Eines Tages bemerkte Shivabalyogi Maharaj:

Schaut euch das Vertrauen und die Anhänglichkeit Seenus an. Sogar wenn ich ihn in Stücke schneide und in den Fluss werfe, wird er wieder zusammengesetzt aufstehen und zu mir zurückkommen.[25]

Auf einem frühen Ausflug nach Rishikesh für ein Bad im Fluss Ganges sah Swamiji auf Seenus Oberkörper den Poonal (heilige Schnur, welche die Brahmanen, d.h. die Angehörigen der Priesterkaste, tragen); Swamiji wurde zornig, und schrie: „Warum hast du diese Schnur? Sie wird dir das Ego geben, dass du einer höheren Kaste angehörst, was sich auf dem spirituellen Pfad ganz und gar nicht gehört.“ [26] Er wies Seenu an, die Schnur der Mutter Ganges anzubieten, was Seenu sogleich tat, indem er die Schnur ins Wasser versinken liess. Dann sprenkelte Shivabalayogi Maharaj Wasser auf Seenus Kopf, klatschte ihm auf den Rücken und erklärte: «Von jetzt an, denke daran, dass du ein Sannyasi (Mönch) bist. Du musst ein einfaches Leben leben, so dass die Leute dich von selber einen Mönch nennen können, aber du selber sollst nicht egoistisch werden, indem du irgendeinen solchen Status für dich beanspruchst oder damit angibst.»[10]

Am 20. September 1978 – Seenus 24. Geburtstag – bat dieser Swamiji, für ihn Vibhuti (heilige Asche) zu segnen und ihn in Tapas (intensive Meditation für mehrere Jahre) zu versetzen.[27] Swamiji segnete den Vibhuti und sagte: Falls du jetzt für Tapas sitzen willst, kann ich dich in Tapas vesetzen; falls du aber jetzt für Tapas sitzen willst, könntest du – anstatt ihn erfolgreich zu vollenden – Ego erwerben und du könntest sogar körperlich von mir weg gehen und nicht in der Lage sein, in meiner Mission zu dienen.» Darauf antwortete Seenu: «Swamiji, in diesem Fall will ich nicht Tapas machen. Weil was ich will, ist Swamiji, das ist alles, was ich weiss. Ich liebe Sie und ich will in Swamijis Mission sein. Ich will nur Ihnen dienen. Ob ich realisiert werde oder nicht, das ist nicht so wichtig für mich. Aber ich will definitiv zu Ihren Lotusfüssen bleiben und Ihnen für immer dienen.» Darauf lächelte Swamiji und sagte: «Nimm diesen Vibhuti und behalte ihn bei dir. Zu gegebener Zeit, wenn die Zeit reif ist, wirst du bekommen, was du willst.»[28]

Tapas

Am 28. März 1994 verstarb Shri Shivabalayogi Maharaj.[29] Nach dem Abschluss der Mahasamadhi-Zeremonie reiste Seenu sogleich nach Mysore und ging zu Fuss hinaus zu den Chamundi Hills, wo er seinen Guru Shivabalayogi zuerst getroffen hatte und wo er als Teenager gewohnt war, seine Tage heimlich in Meditation zu verbringen.[30]

Seenu ging für zwei bis drei Tage in tiefe Meditation, aus der er von der Erscheinung seines Gurus Shivabalayogi geweckt wurde, der ihn darüber informierte, dass die Zeit gekommen sei, um Tapas zu vollziehen.[31] Weil Seenu dachte, dass dies eine Illusion sei, die von seinem trauernden Geist kreiert worden sei, ignorierte er die Erscheinung. Am 10. November 1994 nach dem Abend-Arathi (ehrbezeugende Lichtgruss-Zeremonie) wurde Seenu Zeuge, wie die leuchtende Gestalt Shri Shivabalayogis aus der Fotografie, die immer auf dem Dais im Darshan-Saal war, manifestierte und ihn ins Nachbarzimmer führte:[32]

Als ich meine Augen schloss, fühlte ich mich als ob ich in ein tiefes Raum-Meer sinken würde. Totale Dunkelheit hatte mich umschlossen, totale Stille und Gelassenheit war da. Nichts anderes schien da zu sein. Keine Gedanken kamen. In diesem Zustand hörte ich eine laute Stimme, die zu mir sagte: «Schau, aus diesem Zimmer musst du entweder als Yogi herauskommen oder deine Leiche soll herauskommen. Brich die Übung unter keinen Umständen ab bis du das Ziel erreichst. Ich will, dass du das fünf Jahre machst, da du schon die die Früchte von sieben Jahren Tapas hast.»[33]

Tiefe Meditation ging ununterbrochen für zwei oder drei Tage weiter.[34] Danach setzte er die Meditation für rund 20 Stunden am Tag fort, in Runden von sieben bis acht Stunden am Stück.[35]

Im vierten Jahr Tapas gab ihm Shri Shivabalayogi den Namen „Shiva Rudra Balayogi“.[36] Swamiji wies seinen Yogi-Shishya (Shishya: disziplinierter Schüler) an, Darshan an Devotees zu geben. Devotees, die ihn besuchten, begannen Shiva Rudra Balayogi auch zuwendungsvoll Babaji (verehrter Vater) zu nennen.[37]

Am 16. November 1999, fünf Jahre nachdem er Tapas begonnen hatte, erfuhr Shiva Rudra Balayogi die blendende Manifestation der Gottheit Ardhanarishvara – zur Hälfte der Körper Lord Shivas und zur Hälfte der Körper der Göttin Parvati.[38] Sie sprachen: «Jetzt, da wir aufgrund deines Tapas gekommen sind, benötigst du deinen Guru nicht mehr und du kannst fortfahren viele Anhänger zu sammeln.» Dies war der finale Test, ob er noch Überbleibsel eines Egos hatte. Babaji antwortete spontan:

Ich will nur die Lotus-Füße meines Gurus. Ich biete mein Leben zu den Lotus-Füßen des göttlichen Gurus an, der mir half und mich hierhergeführt hat. Wenn Sie mich daher segnen wollen, segnen Sie mich damit, dass ich immer zu den Lotus-Füßen meines Gurus bleiben kann und ihm dienen und gemäß der Führung meines Gurus arbeiten kann … es gibt kein anderes Verlangen.[39]

Erfreut über diese Antwort segneten sie den Yogi und die Manifestation wurde in das Selbst zurückgezogen. An ihrer Stelle manifestierte Shivabalayogi. Er wies seinen Yogi-Shishya an: «Nachdem du aus Tapas herauskommst, begeistere die Menschen dieser Welt dafür, dieses Dhyana [Meditationstechnik Jangama Dhyana, Anm. d. Üs.] zu üben und sich selber zu kennen. Durch diese Übung können sie totalen Frieden erreichen.»[40] Shri Swamiji erklärte darauf: «Ich bin in Wirklichkeit das Göttliche, dein wahres Selbst. Ich bin durch die Kraft der Maya (Illusions-Technologie) in dieser Form manifestiert, die dir am liebsten ist, als Guru[41] Kurz danach erreichte Shri Shiva Rudra Balayogi Maharaj den finalen Nirvikalpa Samadhi, in dem jegliche Individualität in das Selbst absorbiert wurde, fortwährend gelassen im höchsten Frieden.[42] Am 23. November 1999 trat Babaji aus seinem Zimmer als der Yogi, Shri Shiva Rudra Balayogi Maharaj.[43]

Mission

Als sich die Nachricht über sein Tapas verbreitete, kamen spirituell Suchende aus unterschiedlichen Teilen der Welt zu Babaji in den DehradunAshram im Vorgebirge des Himalaya.[44] Babaji reist seither auf Einladung von Devotees um die Welt, um Shri Shivabalayogis Mission fortzuführen, wie von seinem Guru angewiesen.[44]

Im Einklang mit der von seinem Guru etablierten Tradition wird die Einführung in die Jangama Dhyana-Meditationstechnik, die sowohl sein Guru als auch Shiva Rudra Balayogi selber zur Erlangung der Selbstverwirklichung verwendeten, unentgeltlich und in der Haltung eines Freundes (Mitra Bhava) gegeben.[45] Wie schon sein Guru verlangt Shri Shiva Rudra Balayogi nicht, dass die, die zu ihm kommen, um zu lernen, einen bestimmten Glauben haben oder ihn als Guru akzeptieren. Während er monastische Shishya (disziplinierte Schülerinnen und Schüler) trainiert, betont er, dass wahre Entsagung von der Welt (Sannyas) im Geist erfolgt, und er ermutigt Haushalter, Meditation und Dienst zu betreiben, währenddem sie ihren Lebensstil beibehalten.

Lehre

Die Lehre von Shri Shiva Rudra Balayogi ist schwer zu definieren, da sie mehr auf seiner direkten Erfahrung basiert als auf einer bestimmten Schrift oder Schule der indischen Philosophie.[46] Dennoch stimmt seine Philosophie mit dem Vedanta überein:

Jeder sucht, bewusst oder unbewusst, nach Frieden und Glückseligkeit. Du leidest, weil du dein wirkliches Selbst vergessen hast. Sobald du erkannt hast, dass du dieses unsterbliche Selbst bist, wirst du erkennen, dass deine Existenz beständiger und höchster Frieden ist.[47]

Praktisch gesehen basiert seine Lehre auf der Jangama Dhyana-Meditationstechnik, die ihn sein Guru Shri Shivabalayogi Maharaj gelehrt hat. Jene, die von ihm lernen wollen, leitet er auch auf dem Bhakti Marga (Pfad der Hingabe) und dem Karma Marga (Pfad des Dienstes) entsprechend ihrem Temperament an.

  • Über Meditation: „Es ist nur ein Reinigungsprozess, wenn Sie versuchen zu meditieren. Der Geist ist das Band, das Gewohnheiten aufgenommen hat, und das Gehirn ist als Aufnahmegerät tätig. Wenn Sie zur Meditation sitzen, wird der Geist auf das Gehirn angewendet (angesaugt), wegen dessen Gewohnheiten. Der Reinigungsprozess beginnt, wenn die Vasanas (Eindrücke) verdunstet werden. Visionen und Klänge werden durch eine Entschlüsselungsmethode aus dem Gehirn erzeugt. Dann ist die Zeit, in der Sie enorme Geduld benötigen, um es zuzulassen. Dann sollten Sie nicht analysieren oder beurteilen, was es ist, gut oder schlecht, erlauben Sie einfach, dass es geschieht. Nur dann kann der Geist zurückgehen.“[48]
  • Über Wunder: „Bemühungen können Wunder bringen. Den höchsten Frieden durch Sadhana zu erreichen, ist das wahre Wunder. Ringe und Ketten können dieser Welt keinen Frieden geben und sind in Geschäften leicht erhältlich. Für ein paar hundert Dollar kann man in die Luft fliegen. Ich habe immer gesagt: Falls jemand die Hand schwenken und der Welt Frieden geben kann, werde ich es an diesem Tag als Wunder betrachten.“[49]
  • Über Bhava Samadhi: „Jeder und jede Einzelne muss vorsichtig sein, wenn er oder sie wirklich an Erleuchtung interessiert ist. Man sollte sich nicht vorstellen und sich selbst täuschen, indem man behauptet, eine göttliche Autorität zu sein. Man muss sehr vorsichtig mit Bhava Samadhi sein. Mein Guru sagte, dass es ist, als würde man einem Kind einen Lutscher geben, damit es zur Schule geht. Unglücklicherewise bleiben die Leute manchmal beim Lutscher hängen und gehen nicht zur Schule.“[49]
  • Über Geist und Gehirn: „Das Gehirn ist in Kontakt mit dem Nervensystem und dem Universum. Durch seine Reflexionen entsteht der Geist, der ein Funke des Höchsten Bewusstseins ist, das Selbst genannt wird. Der Geist nimmt an, dass alles, was vom Gehirn reflektiert wird, Wirklichkeit ist, erkennt und absorbiert es als Eindruck und beginnt ziellos im Universum zu wandern – währenddem es verwöhnt wird, die Kontrolle verliert, das Bewusstsein des Selbst verliert.“[50]
  • Über die Schulen des Vedanta: „Adi Shankaracharya verbreitete die Lehre von ‚Advaita‚: nur ein einziges Selbst existiert. Ein Zeitgenosse von Shankaracharya war Ramanujacharya. Er lehrte: ‚Wir sind nur ein Funke des Göttlichen.‘ Zur gleichen Zeit lehrte die Philosophieschule, die mit Madhvacharya verbunden war und Hingabe zum Ausdruck brachte: ‚Dieses individuelle ‚Jivatma‘ ist von Gott getrennt.‘ Diese drei sind nicht verschieden – es gibt keine Uneinigkeit. Am Anfang sehen Sie sich als Gottgeweihter. Auf der nächsten Stufe erleben Sie, dass Sie ein Teil Gottes sind – wie ein Sonnenstrahl oder ein Tropfen aus dem Meer. Schließlich in Nirvikalpa Samadhi existiert nur ein einziges Selbst; die alten Weisen verwendeten dafür den Begriff ‚Tat‘, was ‚Das‘ bedeutet.“[51]
  • Über Bhakti-Yoga: „Der Geist ist nur wegen der Vorstellungskraft außer Kontrolle geraten. Dies ist die grundlegende Technik des Bhakti-Marga (hingebungsvoller Pfad). Mit der gleichen Vorstellungskraft soll der Geist in seine konzentrierte Haltung zurückgebracht werden, in die gelassene Haltung. So sind Rituale und Formen der Verehrung oder Formlosigkeit vorgeschrieben, damit Sie irgendwo beginnen können, wenn Sie einen Anker benötigen, damit Ihr Verstand alle anderen Vorstellungen verlieren und sich einpünktig auf eine einzige Vorstellung konzentrieren kann. Es ist sogar während der Meditation empfohlen, wenn Tausende von Gedanken kommen und Sie nicht in der Lage sind, alle Gedanken zu verlieren: versuchen Sie, sich an einen bestimmten Gedanken zu halten, bevor Sie alle Gedanken aufgeben. Auf diese Weise sind die Verehrung eines Gottesbildes im Tempel und all die Rituale vorgeschrieben.“ [52]
  • Über Karma-Yoga: „Wenn Sie Karma (irgendeine Arbeit) tun, tun Sie dies, ohne zu versuchen etwas zu analysieren oder zu beurteilen. Dann kann sich Ihr Verstand dem göttlichen Guru ergeben und diese Handlung (all diese Arbeit) in Sadhana umgewandelt werden. Insbesondere wenn Sie versuchen, irgendeinen Namen des göttlichen Gurus zu wiederholen, konzentrieren Sie sich einfach auf den Namen (oder Japa oder Gesang) und beobachten Sie, woher er kommt. Ihr Geist wird dort absorbiert und wandelt diese Handlung (Sadhana) in tieferes und tieferes Sadhana um. Während Sie versuchen zu meditieren, tun Sie dasselbe. Erlauben Sie dem Geist, gereinigt zu werden, ohne sich vorzustellen, was er ist. Wenn eine Vision oder irgendeine Erfahrung sich ereignet, versuchen Sie nicht zu sehen, ob es gut oder schlecht ist, richtig oder falsch. Erinnern Sie sich, dass der Geist so oder so aktiv ist und immer existiert. Wenn Sie einfach zuschauen und sich nicht darum kümmern, was es ist, dann geht der Geist zurück. Wenn er sich zurückzieht, bewegt er sich in Richtung seiner ursprünglichen Wohnstätte, dem Göttlichen, das jenseits aller Vorstellungen und Erklärungen liegt.“[48]
  • Darüber, sich zu ergeben/Zuflucht zu suchen [„on surrender“, Anm. d. Üs.]: „Der Geist kann niemals die Wahrheit sagen, weil er dir alles nur aufgrund seiner eigenen Vorstellungen sagen kann. Meditation kann dir also definitiv helfen, dich wirklich zu ergeben, technologisch in jeder Hinsicht. Sich zu ergeben bedeutet, dass der Geist ruhig werden muss. Nicht nur, wenn wir uns tief niederwerfen und mit dem Kopf den Boden berühren, bringen wir zum Ausdruck, dass wir uns ergeben.“[53]
  • Über Samadhi: „Samadhi ist, wenn der Geist vollständig in das reale letzte Selbst absorbiert wird. Der Yogi wird sich der Existenz des Selbsts bewusst, aber ohne jegliche Definitionen. Auch die früher vorgestellte falsche Identität des Selbsts verschwindet. Das bedeutet, dass der Gedanke des ‚Ichs‘ verschwindet. Im Samadhi hat der Yogi keinen Verstand, der etwas erkennt oder identifiziert. Der Yogi erfährt einfach die Existenz, die der höchste Frieden ist.“[48]
  • Über den Yogi: «Die letzte Wahrheit ist das höchste Bewusstsein, das alles durchdringt. Ein Yogi erlebt die Existenz des Selbst in Nirvikalpa Samadhi. Es wird kein bisschen Einbildung geben, nicht einmal den Gedanken an ‘Ich’ oder ‘Existenz’, aber Sie erleben die Existenz. Ein Yogi bleibt dort mühelos und zufrieden.“[54]
  • Über das Selbst: «Das muss man erleben. Niemand sonst kann es für Sie tun. Sie können es niemandem sonst zeigen oder es in Worten definieren. Genauso wie Sie nicht einfach definieren können, was Raum ist, und Sie Raum nicht in irgendeiner Weise messen können. Das Selbst ist alles durchdringend. Es ist eine erstaunliche Sache. Wenn Sie überhaupt den Raum messen und den Raum kennenlernen wollen, müssen Sie selbst zum Raum werden.“[49]

Weitere Lektüre

  • Adwaita P. Ganguly: Shri Shivarudra Balayogi Maharaj. in India Travel Guide: Spiritual Tourism and Ground Realities, *Vedantic Research Publications, 2007
  • R. Malik: A Yogi Worth Watching. Hinduism Today, November/December 2001
  • Bruce Young: Beyond Bliss. 2006, ISBN 0-9758478-0-5
  • Bruce Young: Guru-Disciple. 2008, ISBN 978-0-9758478-3-1
  • Bruce Young (Autor) und Simon Reitze (Übersetzer): Guru-Shishya: Das Leben von Shri Shri Shri Shivabalayogi Maharaj und Sein Vermächtnis. SRBY UK, 2018, ISBN 978-0-9564479-3-7
  • Charles Hopkins: His Master’ Grace. 2006, ISBN 0-9758478-0-5
  • Charles und Carol Hopkins: From the Heart of Peace. 2007, ISBN 1-59975-866-0

Einzelnachweise

  1.  Ganguly, A., 2007, Shri Shivarudra Balayogi Maharaj: A Life of Service and Devotion, p. 395; Young, B., 2006, Beyond Bliss, p. 1; Guru’s Feet Online Biography.
  2.  Ganguly, A., 2007, Shri Shivarudra Balayogi Maharaj: A Life of Service and Devotion, p. 395; Young, B., 2006, Beyond Bliss, p. 65-80; Malik, R., 2001, A Yogi Worth Watching, Hinduism Today, p. 61.
  3. ↑ Hochspringen nach: a b c d e f Ganguly, A., 2007, Shri Shivarudra Balayogi Maharaj: A Life of Service and Devotion, p. 395.
  4.  An Historic Inauguration of a Mighty New Ashram. In: SRBY Website. Shiva Rudra Balayogi, 2016, abgerufen am 7. Oktober 2019 (britisches Englisch).
  5.  Ganguly, A., 2007, Shri Shivarudra Balayogi Maharaj: A Life of Service and Devotion, p. 396-7; Malik, R., 2001, A Yogi Worth Watching, Hinduism Today, p. 61.
  6.  Contacts. In: SRBY Website. Shiva Rudra Balayogi, abgerufen am 14. Oktober 2019.
  7.  A Yogi Worth Watching, Hinduism Today, p. 61.
  8.  Ganguly, A., 2007, Shri Shivarudra Balayogi Maharaj: A Life of Service and Devotion, p. 396.
  9.  Ganguly, A., 2007, Shri Shivarudra Balayogi Maharaj: A Life of Service and Devotion, p. 395; Guru’s Feet Online Biography.
  10. ↑ Hochspringen nach: a b Guru’s Feet Online Biography.
  11.  Ganguly, A., 2007, Shri Shivarudra Balayogi Maharaj: A Life of Service and Devotion, p. 395 Guru’s Feet Online Biography.
  12.  Young, B., 2006, Beyond Bliss, p. 11; Ganguly, A., 2007, Shri Shivarudra Balayogi Maharaj: A Life of Service and Devotion, p. 395; Malik, R., 2001, A Yogi Worth Watching, Hinduism Today p. 61.
  13.  Young, B., 2008, Guru-Disciple, p. 95-7; Ganguly, A., 2007, Shri Shivarudra Balayogi Maharaj: A Life of Service and Devotion, p. 395; Guru’s Feet Online Biography.
  14.  Young, B., 2008, Guru-Disciple, p. 97-8; Ganguly, A., 2007, Shri Shivarudra Balayogi Maharaj: A Life of Service and Devotion, p. 395; Guru’s Feet Online Biography.
  15.  Young, B., 2006, Beyond Bliss, p. 14; Ganguly, A., 2007, Shri Shivarudra Balayogi Maharaj: A Life of Service and Devotion, p. 395.
  16.  Young, B., 2006, Beyond Bliss, p. 19-20.
  17.  Young, B., 2008, Guru-Disciple, p. 95.
  18.  Singh, H., 2008, Shri Shri Shri Shivabalayogi Maharaj: Life and Spiritual Ministration, p. 79.
  19.  Young, B., 2008, Guru-Disciple, p. 105-6.
  20.  Young, B., 2008, Guru-Disciple, p. 107-8.
  21.  Young, B., 2008, Guru-Disciple, p. 121; Malik, R., 2001, A Yogi Worth Watching, Hinduism Today, p. 61.
  22.  Ganguly, A., 2007, Shri Shivarudra Balayogi Maharaj: A Life of Service and Devotion, p. 395; Young, B., 2006, Beyond Bliss, p. 65-6.
  23.  Ganguly, A., 2007, Shri Shivarudra Balayogi Maharaj: A Life of Service and Devotion, p. 395; Young, B., 2006, Beyond Bliss, p. 91-4.
  24.  Young, B., 2006, Beyond Bliss, p. 71.
  25.  Young, B., 2006, Beyond Bliss, p. 104; Guru’s Feet Online Biography.
  26.  Young, B., 2006, Beyond Bliss, p. 104.
  27.  Young, B., 2006, Beyond Bliss, p. 98-99.
  28.  Young, B., 2006, Beyond Bliss, p. 99.
  29.  Young, B., 2006, Beyond Bliss, p. 137-8.
  30.  Ganguly, A., 2007, Shri Shivarudra Balayogi Maharaj: A Life of Service and Devotion, p. 396; Guru’s Feet Online Biography; Young, B., 2006, Beyond Bliss, p. 140.
  31.  Malik, R., 2001, A Yogi Worth Watching, Hinduism Today, p. 61; Ganguly, A., 2007, Shri Shivarudra Balayogi Maharaj: A Life of Service and Devotion, p. 395.
  32.  Ganguly, A., 2007, Shri Shivarudra Balayogi Maharaj: A Life of Service and Devotion, p. 395-6
  33.  Young, B., 2006, Beyond Bliss, p. 143-4; see also Ganguly, A., 2007, Shri Shivarudra Balayogi Maharaj: A Life of Service and Devotion, p. 395.
  34.  Young, B., 2008, Guru-Disciple, p. 222; Malik, R., 2001, A Yogi Worth Watching, p. 61.
  35.  Young, B., 2008, Guru-Disciple, p. 222.
  36.  Ganguly, A., 2007, Shri Shivarudra Balayogi Maharaj: A Life of Service and Devotion, p. 395; Young, B., 2008, Guru-Disciple, p. 233.
  37.  Young, B., 2008, Guru-Disciple, p. 233.
  38.  Hopkins, C., 2006, His Master’s Grace, p. 47; Guru’s Feet Online Biography.
  39.  Young, B., 2008, Guru-Disciple, p. 237-8; Guru’s Feet Online Biography.
  40.  Young, B., 2008, Guru-Disciple, p. 238; >Guru’s Feet Online Biography.</.
  41.  Young, B., 2008, Guru-Disciple, p. 238.
  42.  Ganguly, A., 2007, Shri Shivarudra Balayogi Maharaj: A Life of Service and Devotion, p. 396; Hopkins, C., 2006, His Master’s Grace, p. 51.
  43.  Ganguly, A., 2007, Shri Shivarudra Balayogi Maharaj: A Life of Service and Devotion, p. 396; Guru’s Feet Online Biography.
  44. ↑ Hochspringen nach: a b Ganguly, A., 2007, Shri Shivarudra Balayogi Maharaj: A Life of Service and Devotion, p. 396-7.
  45.  Malik, R., 2001, A Yogi Worth Watching, Hinduism Today, p. 63; Ganguly, A., 2007, Shri Shivarudra Balayogi Maharaj: A Life of Service and Devotion, p. 396-7.
  46.  See Teachings, SRBY website
  47.  Teachings, SRBY website.
  48. ↑ Hochspringen nach: a b c Interview at International Gita SocietyBitte entweder wayback– oder webciteID– oder archive-is– oder archiv-url-Parameter angeben.
  49. ↑ Hochspringen nach: a b c Teachings, SRBY website.Bitte entweder wayback– oder webciteID– oder archive-is– oder archiv-url-Parameter angeben
  50.  Hopkins, C&C, 2007, From the Heart of Peace, p. 70.
  51.  Talks, SRBY website.
  52.  Timeless Meditation Q&A, SRBY website.
  53.  Q&A, SRBY website.
  54.  Hopkins, C&C, 2007, From the Heart of Peace, p. 124.

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