Panagiotis Paschalis

Von RainerSzesny – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=83109904

Panagiotis Paschalis (*23. Juni 1961 in Griechenland) ist ein deutscher JuristManager und Kommunalpolitiker.

Herkunft, Studium und Privates

Panagiotis Paschalis ist 1961 in Epirus/Griechenland geboren. Ab 1968 lebte er mit seinen Eltern, die als Gastarbeiter nach Deutschland gekommen waren, in Herten. Dort besuchte er die griechische Grundschule, die Hauptschule und die Handelsschule. Er machte am Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung in Gelsenkirchen das Abitur. Paschalis studierte ab 1981 an der Universität Münster Philosophie, Soziologie, Neuere Geschichte und Recht. 1983 wurde er durch Einbürgerung deutscher Staatsbürger. Das Studium der Rechtswissenschaften schloss er 1987 mit dem ersten juristischen Staatsexamen ab. 1991 legte er nach dem Rechtsreferendariat das zweite juristische Staatsexamen in Düsseldorf ab. Paschalis ist seit 1984 mit der Grundschullehrerin Petra Paschalis verheiratet und Vater von vier Söhnen. Seit 2012 lebt er mit seiner Familie in Wuppertal-Vohwinkel.

Berufliche Tätigkeiten

Paschalis ist seit 1991 zugelassener Rechtsanwalt. Von 1991 bis 2010 war Paschalis für die IKB Deutsche Industriebank AG in Düsseldorf tätig. Als angestellter Rechtsanwalt war er dort zuerst Syndikus in der Rechtsabteilung und später Chefsyndikus und Bereichsleiter Recht- und Vorstandssekretariat. Als Manager bekleidete er für die IKB diverse operative Führungsfunktionen u.a. als Leiter Immobilien Berlin, Leiter Work-Out/Risikomanagement, aber auch als Geschäftsführer, Vorstand und Aufsichtsrat von Gesellschaften im IKB-Konzern.

Als freiberuflicher Rechtsanwalt ist Paschalis spezialisiert auf Bank- und Kapitalmarktrecht, Sanierungen/Restrukturierungen und Compliance. Dabei ist er beratend tätig und nimmt Organfunktionen wahr. Von 2011 bis 2015 war er als Of Counsel für die Kölner Anwaltssozietät CBH Cornelius Bartenbach Haesemann tätig.

Paschalis war Mitgründer und von 2011 bis 2014 Mitgesellschafter eines Finanzdienstleisters für Crowdfinancing im Mittelstand.

2015 bis 2017 war er Beigeordneter im Verwaltungsvorstand der Stadt Wuppertal. Nach dem Ende des Wahlamtes ist er nun wieder freiberuflich als Wirtschaftsanwalt in Wuppertal tätig. Im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeiten war Paschalis Mitglied u.a. folgender Organisationen/Institutionen:

Politisches und Gesellschaftspolitisches Engagement, Beigeordneter Wuppertal und OB-Kandidat 2020

Von 1982 bis 2017 war Paschalis Mitglied der SPD. In dieser Zeit war er u.a. Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Juristen in Düsseldorf sowie im Managerkreis[1] und der PAG Finanzen der Friedrich Ebert Stiftung. 2015 wählte der Rat der Stadt Wuppertal ihn auf 8 Jahre zum Beigeordneten[2]. Sein Dezernat als Politischer Beamter und Mitglied des Verwaltungsvorstandes umfasste Rechtsamt und Zentrale Vergabestelle, das Management der städtischen Beteiligungen, das ServiceCenter, Einwohnermeldeamt, das Standesamt, das Straßenverkehrsamt, das Amt für Statistik und Wahlen sowie das E-Government und die Bürgerbeteiligung. Unter der Leitung von Paschalis als „bundesweit ersten Dezernenten für Bürgerbeteiligung“[3] wurden in Wuppertal die Stabsstelle für Bürgerbeteiligung[4] und eine Infrastruktur für die politische Partizipation der Bürger geschaffen. Aufmerksamkeit erweckten innovative Projekte u.a. die Entwicklung von „Leitlinien für Bürgerbeteiligung“[5], ein neuer Prozess zur Bürgerbeteiligung am „Bürgerhaushalt“[6] und die Erarbeitung eines „Bürgergutachtens“[7] zum Bau einer urbanen Seilbahn in Wuppertal durch zwei Bürgergruppen/Planungszellen[8]. Im Zusammenhang mit E-Government wurde ein „Open Data Portal“[9] in Betrieb genommen und Grundlagen für die Digitalisierung der Wuppertaler Verwaltung geschaffen.

Im Juni 2017 wurde Paschalis vom Rat der Stadt vorzeitig abberufen und in den einstweiligen Ruhestand versetzt[10]. Vorausgegangen waren Meinungsverschiedenheiten mit Oberbürgermeister Mucke sowie den Fraktionsspitzen von SPD und CDU u.a. zu der Behandlung eines dubiosen Leasinggeschäftes (siehe „ASS-Skandal[11]“). Paschalis widersetzte sich als Rechtsdezernent einer verwaltungsinternen Niederschlagung der Angelegenheit ASS. Er wirkte auf eine Anzeige nach dem AntikorruptionsgesetzNRW beim Landeskriminalamt hin und erstatte seinerseits Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Wuppertal. Gegen seine Abberufung als Beigeordneter hat er vor dem VG Düsseldorferfolglos geklagt[12]. Im Zuge der politischen und persönlichen Verwerfungen trat Paschalis 2017 aus der SPD aus und ist seitdem parteilos.

Seine Erfahrungen in der Kommunalpolitik und als und Dezernent für Bürgerbeteiligung vermittelt er u.a. als Lehrbeauftragter am Politikwissenschaftlichen Institut der Bergischen Universität Wuppertal (2018 Seminar „Kommunale Politik und Bürgerbeteiligung“)[13]

Paschalis erklärte 2019 öffentlich, sich im September 2020 als parteiloser Kandidat zur Wahl für das Amt des Oberbürgermeisters von Wuppertal zu stellen[14]

Weblinks

https://www.njuuz.de/beitrag47399.html;

https://www.wuppertaler-rundschau.de/lokales/carnaper-platz-ein-fiasko_aid-37243663

https://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/informieren-mitmachen/meldungen-publikationen/einzelansicht-meldungen/article/wuppertal-erstmals-in-deutschland-dezernent-fuer-buergerbeteiligung-eingesetzt/

https://www.xing.com/news/klartext/warum-wir-in-wuppertal-auf-das-losverfahren-setzen-1625

https://www.diestadtzeitung.de/stadtleben/bilanz-panagiotis-paschalis-ein-jahr-im-amt

https://www.wuppertaler-rundschau.de/lokales/schlichtweg-begeistert_aid-37232771

https://www.wuppertaler-rundschau.de/lokales/richtig-richtig-grosse-klasse_aid-37201539

Einzelnachweise

  1.  Managerkreis der Friedrich-Ebert-Stiftung : Start. Abgerufen am 10. Oktober 2019.
  2.  Panagiotis Paschalis zum neuen Dezernenten gewählt. Abgerufen am 10. Oktober 2019.
  3.  Mehr Demokratie: Bürgerbeteiligung zum Alltag machen. Abgerufen am 15. Oktober 2019 (deutsch).
  4.  Wuppertaler Rundschau: Die Bürgerbeteiliger. Abgerufen am 10. Oktober 2019.
  5.  Leitlinien für Bürgerbeteiligung. Abgerufen am 10. Oktober 2019.
  6.  Bürgerbudget 2019. Abgerufen am 10. Oktober 2019.
  7.  Bürgergutachten zum möglichen Bau einer Seilbahn. Abgerufen am 10. Oktober 2019.
  8.  Demokratie: Gestörte Beziehung. Abgerufen am 15. Oktober 2019.
  9.  Offene Daten Wuppertal. Abgerufen am 10. Oktober 2019.
  10.  Fastfoot sagt: njuuz » Gemeinsame Erklärung. Abgerufen am 10. Oktober 2019 (deutsch).
  11.  Wuppertaler Rundschau: Prozess vor dem Landgericht: Gegen das Gesetz und die guten Sitten. Abgerufen am 15. Oktober 2019.
  12.  Wuppertaler Rundschau: Kommentar zum Urteil des Verwaltungsgerichts in der Sache Paschalis gegen Stadt: Schmutzige Wäsche ist unerwünscht. Abgerufen am 15. Oktober 2019.
  13.  Westdeutsche Zeitung: Wuppertal: Panagiotis Paschalis lehrt jetzt an der Universität. Abgerufen am 10. Oktober 2019.
  14.  Wuppertaler Rundschau: Kandidaten-Coup: Paschalis will OB werden. Abgerufen am 10. Oktober 2019.

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